See the light – Licht sehen und verstehen

Konstantin Mikulitsch

„Fotografieren, das bedeutet Licht sehen und verstehen“

Wir brauchen Licht zum Fotografieren. Das kann Sonnenlicht sein, eine Glühbirne, oder sogar eine Kerze. Unterscheiden müssen wir beim Licht vor allem zwischen Quantität und Qualität. Viel Licht heißt noch lange nicht, dass unser Motiv schön ausgeleuchtet ist. Deshalb schaue ich zuerst immer auf die Qualität des Lichtes. Dh wo kommt es her, kommt es direkt oder ist es diffus? Die neueren Sensoren kommen mit so wenig Licht aus, dass die Lichtstärke oft gar kein Problem mehr darstellt. Deshalb können wir uns voll auf die Lichtqualität konzentrieren

Grundsätzlich müssen wir zwischen Tages-, also Sonnenlicht, und Kunstlicht unterscheiden. Das hat jetzt aber einmal nur was mit der Lichttemperatur und Stärke zu tun, wir können das jetzt vernachlässigen und uns nur darauf konzentrieren, woher das Licht kommt. An und für sich können wir bei jedem Licht gute Fotos machen – wir sollten nur nicht bei jedem Licht alles fotografieren wollen. Wenn ich im Juli in der Mittagssonne draußen Portraits fotografiere darf ich mich nicht wundern, wenn mein Model dann tiefe Schatten unter den Augen hat. Wenn mein Model allerdings nicht in die Kamera schaut kann das trotzdem ein super Foto werden!

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem miniWorkshop | EINFACH BESSER FOTOGRAFIEREN – wo ich in 90 Minuten erkläre, an welche Grundprinzipien ich mich beim Fotografieren halte – vom Equipment über die Aufnahme bis zur Bildbearbeitung. Wenn du deine Fotografie verbessern möchtest schau dir das doch hier an!

Wie gehe ich jetzt mit Licht um? 

„Bei Mittagssonne fotografieren nur Idioten – und Helmut Newton“

 – ist ein super Spruch, den ich neulich erst gelesen habe. Und der sagt im Prinzip aus: wenn das Licht kacke ist dann mache ich einfach kein Foto. Dann muss ich mich auch nicht ärgern, wenn es nicht gut wird 😉

Als Hochzeitsfotograf habe ich jedoch gelernt jedes Licht zu akzeptieren und damit zu arbeiten um zu meinen Ergebnissen zu kommen. Manchmal findet die Trauung in der Mittagssonne statt und die Hälfte der Gäste sitzt im Schatten und die andere in der prallen Sonne. Ein andermal bist du plötzlich in einer düsteren Halle und das einzige Licht sind rosa Scheinwerfer. Bei einer Hochzeit hast du manchmal alle 5 Minuten eine andere Lichtsituation, mit der du zurechtkommen musst.

Grundsätzlich sehe ich es aber so: es gibt Lichtverhältnisse, die sind einfach optimal zum Fotografieren (Morgen- Abendsonne, leicht bewölkt). Dann gibt es Lichtsituationen, wo es schon etwas schwierig ist, schöne Bilder zu machen (Mittagssonne) – und dann gibt es noch so Situationen, bei denen es ohne große Hilfsmittel nahezu unmöglich ist, noch ein halbwegs gutes Bild zustandezubringen (Lichtflecken)

Am liebsten habe ich es allerdings wenn ich gegen das Licht fotografieren kann. Warum? Erstens ist mein Motiv (was meistens Menschen sind) dann gleichmäßig mit „Schatten“ beleuchtet – was besser ausschaut als wenn der Person die Sonne ins Gesicht knallt. Außerdem wird mein Motiv durch die Beleuchtung von hinten „freigestellt“ (durch das Streiflicht) – und mit etwas Glück, Geduld und Spielerei bekomme ich noch ein paar Flares ins Foto, was das ganze nochmal interessanter macht. Das funktioniert gut am Vormittag und am späten Nachmittag, zu Mittag steht die Sonne dafür zu hoch. Hier belichte ich normalerweise ein bis zwei Blenden heller, damit das Gesicht ausreichend belichtet ist. Von Vorteil ist es hier auch, wenn irgendeine Art von natürlichem „Aufheller“ vor meinem Motiv ist, der ein bisschen zusätzliches Licht in die Schatten wirft. Das kann eine weiße Hauswand sein oder etwas anderes helles, das etwas Licht zurück auf mein Motiv wirft.

auch Familienfotos gehen gegen das Licht 😉

Mein Zweitliebstes Licht ist diffuses Tageslicht. Dh wenn die Wolken wie ein riesiger Studioschirm arbeiten und alles gleichmäßig ausgeleuchtet wird. In diesem Licht kann ich alles Fotografieren. Aber auch da schaue ich drauf wo die Sonne steht, um sie eventuell im Rücken meines Motives zu positionieren.


Dann mag ich auch noch wenn Licht von der Seite kommt. Das macht nämlich schöne Schatten, mit denen ich arbeiten kann und die einem Foto „Tiefe“ bringt.


Was ich persönlich vermeide ist mein Motiv direkt von der Sonne anstrahlen zu lassen – vor allem zu Mittag. Aber wie gesagt, auch das geht. Meistens korrigiere ich da meine Belichtung um 1 bis 2 Blenden nach unten, um die Dramatik zu erhöhen. Und vor allem um zu verhindern, dass mein Motiv überbelichtet ist. Außerdem lass ich da dann die Menschen nicht direkt in die Kamera schauen, um die Schatten um die Augen zu vermeiden.

zu hell
so geht’s 😉


Was mache ich nun, wenn die Lichtverhätlnisse richtig schlecht sind? Also zB wenn auf meinem Motiv starke Sonnenflecken sind? Ich überlege einmal, ob ich dieses Foto wirklich brauche – wenn nicht, dann lass ich es. Wenn schon, zB weil grad Hochzeitszeremonie ist, dann probiere ich trotzdem das beste draus zu machen. Zb indem ich stark unterbelichte (um noch Zeichnung in den Lichtern zu haben) und die Schatten dann später am Computer korrigiere – oder indem ich zusätzlich mit Blitz arbeite, um die Schatten aufzuhellen.

hier ein fetter Sonnenfleck mitten am Hund. geht halt nicht. nächstes Mal
was aber geht sind „Sonnenflecken“ – oder wie hier ein Streifen, wenn sie nicht direkt am Motiv sind.

Was generell wichtig ist, aber vor allem, wenn ihr mit Jpeg fotografiert: schaut, dass genug Zeichnung in den Lichtern ist. Was nämlich fast nie gut ausschaut, ist wenn die hellen Bereiche im Foto „ausreißen“. Aus zu dunklen Bereichen können wir notfalls noch per Bildbearbeitung Information retten, aber bei 100%igem weiß können wir (fast) nichts mehr machen.


Wenn du in deine Fotografie investieren möchtest, um dich nachhaltig zu verbessern, dann schau dir doch meinen miniWorkshop | EINFACH BESSER FOTOGRAFIERN an! Hier ist der Link.


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